Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) in Niedersachsen fordert u.a., dass die Praktikumszeiten für Erzieherinnen und Erzieher nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TvÖD) oder vergleichbar vergütet werden dürfen. Auf ihrer jüngsten Vorstandssitzung in Hannover hat sich die CDA in engem Austausch mit Spitzenvertretern der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen intensiv mit verschiedenen aktuellen sozialen Fragestellungen auseinandergesetzt.

Dabei stand unter anderem die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern für Kindertagesstätten im Mittelpunkt. CDA-Landesvorsitzender und Sozialpolitiker Dr. Max Matthiesen aus Barsinghausen: „In Niedersachsen fehlen zahllose Erzieherinnen und Erziehern. Der Bedarf ist enorm und es müssen jetzt endlich neue Wege beschritten werden, um ihn zu decken. Einer der Ansätze ist eine Bezahlung von Praktikumszeiten für Erzieherinnen und Erzieher während der Ausbildung nach dem TvÖD oder vergleichbaren Verträgen. In Barsinghausen wird gerade geprüft, ob dies rechtlich möglich ist – doch leider sperrt sich derzeit das Niedersächsische Kultusministerium unter Leitung von Minister Grant-Hendrik Tonne. Das ist nicht hinnehmbar.“
Auch andere Ansätze wurden diskutiert, um mehr Menschen für den Erziehungsberuf zu gewinnen. Eine komplexe Frage ist dabei die (derzeit vierjährige) Ausbildungszeit – gerade für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger wünscht sich die CDA Lösungen, die eine zusätzliche vierjährige Ausbildungszeit ohne Vergütung vermeiden. Einen Schlüssel für eine Attraktivitätssteigerung sieht die CDA Niedersachsen in einer Dualisierung der Ausbildung – die Vergütung der Praktikumszeiten wäre mithin nur der erste Schritt in Richtung auf eine an das Handwerk angelehnte Ausbildungsform.
Zudem sei im Rahmen einer allgemeinen Attraktivitätssteigerung des Erziehungsberufes zu prüfen, ob pädagogische Weiterbildungen zu entsprechenden Zulagen führen könnten. CDA-Landespressesprecher Dr. Alexander Börger dazu: „Das Ausmaß an pädagogischen Elementen in KiTas hat in den letzten Jahren stark zugenommen, wie man etwa an der Sprachförderung sieht. Das muss sich aber auch im Gehalt der Erzieherinnen und Erzieher irgendwo widerspiegeln!“
Den gelegentlich vorgetragenen Vorschlag, einen neuen Beruf „Kindergartenfachkraft“ mit geringerem Anforderungsprofil einzuführen, sieht die CDA Niedersachsen dagegen sehr kritisch. Landesvorsitzender Max Matthiesen: „Die mittlerweile erreichten Qualitätsniveaus in unseren Krippen und Kindergärten dürfen wir nicht wieder aufs Spiel setzen, denn sie sind die Basis für das zukünftige gesellschaftliche Zusammenleben!“

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