Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Niedersachsen fordert zu einem grundsätzlichen Umsteuern in der Fleischindustrie auf, weg von Werkverträgen und hin zu Stammbelegschaften. Dr. Max Matthiesen, Landesvorsitzender der CDA Niedersachsen: „Die durch Corona wieder ins öffentliche Bewusstsein gekehrten Missstände in der deutschen Fleischindustrie sind nicht weiter hinnehmbar und müssen im Sinne der dort Tätigen schleunigst verbessert werden. .....

Aus Sicht der CDA ist völlig unverständlich, warum viele Betriebe in erster Linie auf Werkverträge setzen, die Firma Goldschmaus aus Garrel oder die wegen der VW-Currywurst weltberühmte VW-eigene Fleischerei in Wolfsburg zeigen, dass es auch ganz anders geht, nämlich mit gut ausgebildeten und langfristig einsetzbaren Stammbelegschaften.“
Nach Ansicht der CDA Niedersachsen liegen in vielen Fällen die Grundvoraussetzungen für einen Werkvertrag, nämlich keine Tätigkeit nach Weisungen und keine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers, nicht vor.
Sozialpolitiker Matthiesen: „Deswegen kann der ergebnislose niedersächsische Fleischgipfel nicht das letzte Wort sein. Niedersachsen muss die Initiative des Bundes zur Festanstellung der Beschäftigten in den Fleischzerlegungs- und -ver-arbeitungsbetrieben unterstützen. Dies wäre eine wirksame Ergänzung des bereits 2017 in Kraft getretenen ‘Gesetzes zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft‘ “. Verfassungsrechtliche Bedenken gegen ein derartiges Vorgehen sieht die CDA nicht.
Max Matthiesen abschließend: „Corona hat gezeigt: ständig wechselnde Personen, die durch Werkverträge gebunden und für besondere Situationen z.B. in Bezug auf Hygienestandards ungenügend ausgebildet sind, sind durch Produktionsausfälle etc. letztlich für die Betriebe viel teurer als der Einsatz einer Stammbelegschaft, die nach Tariflöhnen bezahlt wird, eine gute Qualifikation besitzt und über Erfahrung auch in schwierigen Situationen verfügt.“

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