Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Niedersachsen fordert bessere Arbeitsbedingungen und eine gesellschaftliche Aufwertung für das Speditionsgewerbe. Dr. Max Matthiesen, Landesvorsitzender der CDA Niedersachsen, erklärt: „Der aktuelle Mangel an Lkw-Fahrern in Großbritannien ist nicht nur das Ergebnis des Brexits, sondern auch eine Folge struktureller Probleme für das Speditionsgewerbe, die auch in Deutschland zu vergleichbaren Situationen führen könnten.“

Das Speditionsgewerbe zeichnet sich seit vielen Jahren durch einen hohen Einsatz ausländischer Kräfte aus, die mittlerweile in vielen Fällen noch nicht einmal mehr eine EU-Staatsangehörigkeit besitzen. Aufgrund unzureichender Kontrollen werden viele Versuche, den Mindestlohn und Arbeitsschutzbedingungen zu unterlaufen, nicht aufgedeckt. Schlechte Bezahlung und unfaire Arbeitsbedingungen machen den Beruf zunehmend unattraktiv, nicht nur in Großbritannien, sondern in der ganzen EU. Zwar hat die Europäische Union bereits 2020 schärfere Bestimmungen zum Schutz der Beschäftigten erlassen, diese werden aber offensichtlich oft nicht eingehalten.
Sozialpolitiker Matthiesen: „So darf es nicht weitergehen. Bestehende Gesetze müssen nicht verschärft, sondern endlich konsequent umgesetzt und eingefordert werden. Und den Lkw-Fahrern, die oftmals viele Tage ihre Familie nicht sehen können, während wir unseren Wohlstand genießen, gebührt generell mehr gesellschaftliche Achtung und soziales Prestige. Sie sind es, die unsere Lieferketten am Laufen halten, die die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wie auch mit Luxusartikeln gewährleisten und somit entscheidend für das Funktionieren unserer Gesellschaft beitragen. Und dafür gehört ihnen allen auch mal ein ausdrückliches und großes Dankeschön gesagt – und es ist an den Arbeitgebern, dass es nicht nur bei schönen Worten bleibt, sondern es auch zu einem deutlichen Plus im Geldbeutel kommt.“

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