Zu einer gemeinsamen CDU und CDA Veranstaltung in der Kath. Bildungsstätte Osnabrück konnten die Kreisvorsitzenden Fritz Brickwedde und Gerhard Schrader den Sozialexperten Karl- Josef Laumann begrüßen. Laumann der neben CDA Bundesvorsitzender auch Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit in Nordrhein-Westfalen ist, referierte zu dem Thema „Welche Werte bestimmt heute unsere Sozialpolitik“

Die rund 50 interessierten Besucher mussten jedoch erst einmal warten, der Referent verspätete sich wegen eines Staus zwischen Münster und Osnabrück um circa 50 Minuten. Keiner der Besucher wurde jedoch ungeduldig, da die Zeit von dem Osnabrücker Landtagsabgeordneten Burkard Jasper genutzt wurde, um über die Arbeit im Sozialausschuss des Landtags zu berichten. „In Niedersachsen seien zusätzlich 150 Studienplätze für Mediziner geschaffen worden, die von SPD und Grünen abgeschafft worden sind,“ erklärte Landtagsabgeordneter Burkard Jasper unter anderem. Im Anschluss berichtete die neue Sozialdezernentin der Stadt Osnabrück Katerina Pötter über die Sozialpolitik der kreisfreien Stadt Osnabrück.
Nach dem verspäteten Eintreffen von Laumann, mussten die Themen aufgrund von Nachfolgeterminen etwas komprimiert werden. Da die meisten interessierten Besucher einen Bezug zu den Bereichen Kranken- und. Altenpflege hatten, verlief die Diskussion natürlich zu diesem Thema.
Laumann: „Wenn wir beklagen, dass es Wartezeiten in Altenheimen gibt, zeigt das, dass wir kein Problem haben Patienten zu finden. Es zeigt, dass wir Probleme haben Pflegepersonal zu finden“.
In der Diskussion meldete sich u.a. ein Krankenpfleger zu Wort, er berichtete von Leiharbeit mit einer Bezahlung von nur 1.600 Euro/Mon. bei Arbeit im Schichtbetrieb und an fast allen Wochenenden.
„In keinem anderen Bundesland werden die Pflegekräfte so schlecht bezahlt wie in Niedersachsen,“ kritisierte der ehemalige Pflegebeauftrage der Bundesregierung Karl-Josef Laumann. So könne der demographische Wandel nicht bewältigt werden. Jedes Jahr würden 2-3% mehr Pflegekräfte benötigt. Wenn man zu schlecht zahle, mache man den Beruf nicht attraktiver. Eine angemessene Vergütung müsse wenigstens der Bezahlung eines guten Facharbeiters entsprechen, führte Laumann unter Beifall der Besucher aus.

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