Als Jugendlicher und junger Erwachsener den Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg erlebt. Und ab dem 27. Lebensjahr am Aufbau eines
demokratischen und sozialen Deutschlands mitgearbeitet.
Als Hauptgeschäftsführer und Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft hat er die soziale Politik von 1950
bis 1977 maßgeblich mitbestimmt.
Als Bundesarbeitsminister hat er innovative Sozialgesetze auf den Weg gebracht. Sie enthielten Regelungen, wie beispielsweise das Kurzarbeitergeld, das glücklicherweise die "Hartz-Reform"; überdauerte
und in schwieriger Zeit (Finanzkrise 2008-2009) geholfen hat, die wirtschaftliche Not erfolgreich zu bewältigen.
Mitbestimmung und Produktiveigentum der Arbeitnehmerschaft Hans Katzer war für die CDA ein wichtiger Kämpfer. Gerade deshalb hat er sich in der immerwährenden Auseinandersetzung zwischen Arbeit und Kapital für Zusammenarbeit eingesetzt.

Im Titel der Festschrift zu seinem 70. Geburtstag (1989) wird dies prägnant zum Ausdruck gebracht: Hans Katzer – Partnerschaft
statt Klassenkampf. Diese Losung gilt über den Tag hinaus.
Freie Gewerkschaften, Tarifautonomie und Mitbestimmung sind wichtige Garanten einer subsidiär gestalteten Gesellschaft. Das konstruktive Miteinander der Sozialpartner ist dabei von zentraler Bedeutung. Dies schließt Kampf und Auseinandersetzung nicht aus. Aber das Ziel des Kampfes ist immer der Kompromiss und nicht die Unterwerfung des jeweils anderen.
Dies gilt auch für die Unternehmen und Arbeitgeber, die mit „Händen und Füßen“ sich gegen betriebliche Mitbestimmung wehren.

In dieser Festschrift werden auch die nachfolgenden Gedanken von Hans Katzer zitiert, die er auf der 15. Bundestagung der CDA im Jahre 1973 in
Bochum zur Sozialpartnerschaft ausführte:"Wir müssen begreifen und vor allem der Arbeitnehmerschaft klar machen, dass die Wirtschaft nicht die Angelegenheit einiger weniger Spitzenmanager ist. Es muss jedem klar werden: Die Wirtschaft ist unsere Angelegenheit, genauso wie die soziale Sicherung ... Soziale Marktwirtschaft heißt Partnerschaft ... Wir sind für Soziale Marktwirtschaft und gegen Planwirtschaft. Wir sind für soziale Partnerschaft und gegen Klassenkampf. Als Ausfluss der Partnerschaft sind wir für: Mitbestimmung und Produktiveigentum in Arbeitnehmerhand. … Der Erfolg eines Unternehmens ist das Ergebnis eines partnerschaftlichen
Zusammenwirkens aller - der Arbeitnehmer, der Unternehmer und der Kapitaleigner. Und dabei kommt der qualifizierten Leistung und
Verantwortung der Arbeitnehmer wachsende Bedeutung zu. Deshalb ist es ein Gebot der Gerechtigkeit und auch der marktwirtschaftlichen Vernunft, die Arbeitnehmer ebenso wie die Unternehmer über den Lohn hinaus auch am Ertrag zu beteiligen."
Letzteres eine nach wie vor noch nicht befriedigend gelöste Aufgabe.

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