Zahl des Monats August 2016

In den letzten zehn Jahren haben immer mehr Menschen einen Zweitjob gesucht und gefunden. Brauchen sie ihn, weil ein Arbeitsplatz nicht genügend Einkommen zum Leben bringt? Oder brauchen sie den Job, um sich selbst zu verwirklichen? Oder wird er bestimmten Personen aufgedrängt, weil ihre Kenntnisse,Fähigkeiten und Fertigkeiten rar geworden sind? Sicherlich, diese Gruppe ist im Vergleich zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten klein. Doch im Vergleich zu der Gruppe der Arbeitslosen oder Sozialleistungsbezieher doch beachtlich.

Beides spricht dafür, dass ihre Lage von der Politik in den Blick genommen werden sollte. Welche der drei Möglichkeiten auf wen zutrifft, bedarf genauerer Untersuchungen. Doch der Wunsch vieler Teilzeitbeschäftigter nach mehr Arbeitszeit spricht dafür, dass ersteres häufiger der Fall sein dürfte. Aber die Ursachen sind nicht gleichmäßig verteilt. Der Zuwachs der letzten zehn Jahre lässt dies erahnen. Der Spitzenreiter ist Brandenburg. Niedersachsen kommt auf Platz drei beim bundesweiten Vergleich. Aber betrachten wir ausschließlich die westdeutschen Länder, liegt Niedersachsen vorn. Ob dies ein stolzer Platz ist, darf bezweifelt werden. Eine so immense Zunahme von Zweitjobs deutet auf arbeitsmarktpolitische und vielleicht auch sozialpolitische Herausforderungen hin. Warum brauchen so viel Menschen mehr einen geringfügigen zweiten Arbeitsplatz? Warum reicht so viel häufiger das Einkommen aus einem Arbeitsverhältnis nicht mehr aus, um das Leben zu finanzieren? Führt der Mangel an Fachkräften zu mehr Experten mit Zweitjob? Ist der Drang, sich in bestimmten Tätigkeiten zu verwirklichen die Ursache für die starke Zunahme? Warum ist es im Nachbarland Bremen völlig anders? Ist die Lage in Niedersachsen der in Brandenburg ähnlicher als der in Bremen? So viele Fragen und mehr ermutungen als harte Fakten. Die Arbeitsmarktpolitik sollte sich dieses Personenkreises annehmen. Ein Arbeitsplatz sollte ausreichen, um mit dem Einkommen auszukommen.

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August 2016

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