Teil IV. Text Egbert Biermann

Die Aufteilung der Bevölkerung in Niedersachsen nach den Bildungsabschlüssen offenbart mindestens zwei Besonderheiten: Erstens wird ein großer Teil der Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Bildungssystem ohne Abschluss entlassen. Fast 13 Prozent der Personengruppe hatte 2014 keinen allgemeinen Bildungsabschluss, also etwa jeder achte von ihnen. Und das war gegenüber 2013 eine Steigerung um mehr als acht Prozent. Dies kann nicht nur an den neu zugereisten Menschen liegen, sondern dürfte auch auf das niedersächsische Bildungssystem selbst zurückzuführen sein.

Denn von den in Niedersachsen lebenden Menschen ohne Migrationshintergrund hatte "nur" ein Anteil von rund zwei Prozent keinen Schulabschluss, also jeder 50ste. Aber auch die Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht alle gleich. Denn Zweitens könen wir feststellen, dass ein Teil von ihnen mit unserem Bildungssystem klar kommen muss, denn über 21 Prozent haben ein Abitur, und das ist immerhin ein um zwei Prozentpunkte höherer Anteil als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Nachdenklich machen sollten die Politik aber auch die Verschiebungen von 2013 zu 2014. Bei den Einwohnern mit Migrationshintergrund sanken alle Teilgruppen, nur die Gruppe ohne allgemeinen Bildungsabschluss wurde größer. Und bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sank die Gruppe mit Hauptschulabschluss sowie die mit Fachhochschulreife. Alle anderen waren 2014 größer als 2013. Unser Schulsystem muss noch mehr auf den Einzelnen zu gehen, damit mehr Schullaufbahnen erfolgreich beendet werden.

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