Arbeitnehmer und mittelständische Zulieferer stehen im Fokus Niedersachsens größter Arbeitgeber Volkswagen hat angekündigt, 23.000 Arbeitsplätze innerhalb von fünf Jahren zu streichen, davon 17.500 Stellen an heimischen VW-Standorten.

Dazu teilt Axel Knoerig MdB, Mitglied des Wirtschaftsausschusses und stv. Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit: "Jeder zweite Arbeitsplatz in Niedersachsen hängt von der Automobil- und Zulieferindustrie ab. Da ist es kein gutes Signal, wenn - entgegen aller bisherigen Ankündigungen - die Folgen des Abgasskandals nun doch bei den Arbeitnehmern ankommen, während sich der Vorstand ungekürzter Boni bedient. Es ist geradezu unanständig, wenn die Vorstandsmitglieder rund 35 Millionen Euro an Bonizahlungen erhalten und gleichzeitig hochqualifizierte Fachkräfte in den Vorruhestand sowie Leih- und Zeitarbeiter nach Hause schicken.

Mit dem "Zukunftspakt" plant VW nun einen Konzernumbau mit Schwerpunktverlagerung vom Verbrennungsmotor zu mehr Elektromobilität. Es wird höchste Zeit, den Bereich Elektromobilität zu stärken! Zu diesem Thema haben wir bereits 2009 ein Forschungs- und Wirtschaftscluster für die Metropolregion Hannover - Braunschweig - Göttingen - Wolfsburg gegründet. Hier hat die Politik auf Bundes- und Landesebene frühzeitig geliefert, aber VW den Einstieg in die Elektromobilität zu zögerlich angepackt. Grundsätzlich hätte VW viel stringenter an die entscheidenden Zukunftsbranchen herangehen müssen. Die nun geplante bedingungslose Umstellung auf Vollelektroautos lässt wiederum andere wichtige Technologien außeracht. Was wirklich benötigt wird, sind Parallelstrukturen im Automobilbau. Denn der Verbrennungsmotor wird − auch langfristig gesehen − weiterhin den höchsten Produktionsanteil haben und muss entsprechend weiterentwickelt werden. Genauso müssen auch Ãœbergangstechnologien wie Hybrid/Plug-in-Hybrid, die zunehmend nachgefragt sind, viel mehr vorangetrieben werden. In diese Entwicklungen müssen die Facharbeiter sowie die mittelständischen Zulieferer mit ihren Fachkräften eingebunden werden. In meinem Wahlkreis stellt beispielsweise die Firma ZF, die alle VW-Standorte in Niedersachsen beliefert, rund 2.600 Arbeitsplätze in Lemförde und Diepholz zur Verfügung. Auch diese Arbeitsplätze in der Region müssen langfristig gesichert werden."

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