Egbert Biermann, Vorsitzender der DBG-AG Niedersachsen/Sachsen-Anhalt/Bremen erklärt: "Der Landkreis Helmstedt ist nach wie vor eine strukturschwache Region, die nun unvorhergesehen vom energiewendebedingten Strukturwandel hart getroffen wird.

Mit der bevorstehenden Stilllegung und Schließung des Braunkohlekraftwerks Buschhaus bricht ein wesentlicher industrieller Anker weg. Die regenerativen Energieträger haben bisher diese Funktion nicht übernehmen können, da wichtige Voraussetzungen wie großindustrielle Speichertechnologien und überregionale Stromnetze nicht gebaut wurden." Auch die angrenzenden Regionen könnten zurzeit die drohenden Arbeitsplatzverluste nicht auffangen, denn das nahe Oberzentrum Wolfsburg leide aktuell massiv unter den Folgen der VW-Affäre und die östlich angrenzenden Landkreise Altmarkkreis und Bördekreis in Sachsen-Anhalt seien selbst strukturschwache Gegenden. Egbert Biermann bringt deshalb die Forderung der CDA-Gewerkschafter auf den Punkt: "Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Kommunen in dieser niedersächsisch/sachsen-anhaltinischen Region müssen eine konzertierte Aktion starten, um zu konkreten Verbesserungen in den betroffenen Gebieten zu kommen." Dabei müsse z.B. ein Nachnutzungskonzept für die frei werdenden Flächen gefunden werden. Denkbar sei aus Sicht der CDA-DGB-AG die Flächen sowohl für Windparks als auch für thematische Freizeit- oder Ferienparks zu nutzen. Biermann: "Aber auch die Neuansiedlung von Industrien wäre in den Blick zu nehmen. So wird in Deutschland wieder darüber diskutiert, eine eigene Lithium-Zell-Fertigung zu schaffen, für die ein chemisch-industriell geprägtes Umfeld wie in Helmstedt ein interessanter Standort sein könnte."

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